»Sehen kommt vor Sprechen: Die Welt erschließt sich dem Kind zuerst als Bild. Wenn wir dann lernen, dem Augenschein der Welt mit Worten auf den Grund zu gehen, können wir der widersprüchlichen Wechsel-
beziehung zwischen Wahrnehmung und Wissen nicht mehr entkommen. Unsere gesellschaftlich vermittelte Einstellung zu dem, was wir sehen, prägt die Art, wie wir es sehen und wie wir die Erscheinungen der Welt darstellen. So bewahrt die Bilderwelt in Museen,
Büchern, Illustrierten, Reklame usw. immer die Absichten, Denkweisen und Wertvorstellungen derjeniger auf, die Bilder herstellten, in Auftrag gaben oder besaßen.« Berger, John: Sehen. Das Bild der Welt
in der Bilderwelt.