Arwed Messmer

In unserem kollektiven Gedächtnis ist die Berliner Mauer ein Band aus Beton. 1966 aber bildeten Hausmauern, Zementplatten, Drahtzäune und Stacheldrahtverhaue die Grenze. Dieser frühen Berliner Mauer widmen sich der Fotograf Arwed Messmer und die Schriftstellerin Annett Gröschner in ihrem Langzeitprojekt. Ausgangsmaterial waren Fotografien, die von den DDR-Grenztruppen angefertigt wurden. In ihrem preisgekrönten Vorgängerband präsentierten die Autoren den innerstädtischen Mauerstreifen. 2012 stießen sie auf ein weiteres, ebenso umfangreiches Bildkonvolut. In der neuen zweibändigen Ausgabe zeigen sie nun mit rund 700 Panoramen aus 3000 Einzelbildern den gesamten Verlauf der Mauer um Westberlin. Ergänzt werden die Panoramen durch weiteres bearbeitetes Material aus dem Bundesarchiv. So vollendet sich ein Projekt von »dokumentarischer Empathie« (Florian Ebner), von dem der Fotokritiker Gerry Badger sagte, ihm gelänge es, »die Interpretation historischer Fakten in einem kreativen Akt in ein künstlerisches Werk zu verwandeln«. (Ausstellung: Haus am Kleistpark, Berlin, 27.5.–21.8.2016)