Jozéf Robakowski

From My Window, 1978 – 1999
Video, 19:09 Min. s/w, Ton, Courtesy: Józef Robakowski

Über 20 Jahre lang hat der Künster von seinem Hochhausfenster den Alltag auf einem zentralen Platz in Lódz dokumentiert. 1978, zu einer Zeit, als die Solidarnosc-Bewegung noch eisern unterdrückt wurde, entstanden die ersten 16 mm Filmaufnahmen. Erst 1999 beendet er sein Videotagebuch. Kurze Zeit später war ein Hotel für die wachsende Anzahl von Touristen auf dem Platz fertiggestellt worden. Der Ausblick war damit versperrt.
Nicht nur die Bilder, vor allem die lakonischen und bisweilen humorvollen Kommentare deuten die gesehenen Szenen der sozialistischen und postsozialistischen Zeit bisweilen gravierend um. Mit typischen Statements kommentiert Robakowski die kleinen Ereignisse und räsoniert dabei über illegalen Fleischhandel oder die Karriere von Nachbarn. Neuigkeiten wechseln mit Neuerwerbungen ab, ein Auto, ein Hund oder eine neu entdeckte junge Frau.
Der Blick aus dem Fenster erhält zahlreiche Konnotationen, so an staatliche Überwachung, illegalem privaten Stalking oder subjektiver Beobachtung. Am Ende ist es der Betrachter, der über einen längeren Zeitraum verschiedene Verhaltensprofile abgleichen kann.