Christoph Faulhaber – Mister Security oder Performance und Geheimdienste

Das Projekt „Mister Security“ begann mit einer Beobachtung. Im April 2004 ging Christoph Faulhaber zufällig an dem US Konsulat in München vorbei. Nach dem 11. September 2001 wurden vor allen Auslandsvertretungen der USA umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen installiert. Zugleich blieben die Botschaften und Konsulate als repräsentative Körper physisch im öffentlichen, städtischen Raum präsent.

Somit stellten sich Fragen in Bezug auf mögliche Veränderungen und Beschränkungen von Rechten im und am öffentlichen Raum. Wo beginnen und enden die Territorien? Mit einer Foto-Kamera, als einer Art „doppelter Waffe“ beginnt Faulhaber diese rechtlichen Sphären mit einer einfachen Geste zu beleuchten und zugleich herauszufordern. Mit seinem Kollegen Lukasz Chrobok gründete er beispielsweise 2005 den fiktiven Sicherheitsdienst Mister Security, mit dem Auftrag, die Sicherheit des öffentlichen Raumes zu überwachen. Seine Aktivitäten wurden beobachtet und an den amerikanischen Geheimdienst weitergeleitet. Als Faulhaber kurze Zeit später sein Stipendium in New York antreten möchte, bekommt er Besuch vom FBI. Das Stipendium wird ihm nach eingehender Befragung entzogen.

Faulhabers Werk zeigt exemplarisch, wie Bild und Politik in unserer Gesellschaft verschränkt sind: „In dieses Geflecht greife ich hinein, das heißt, ich sortierte die Bilder neu und erzeuge so einen Kurzschluss.“ Eine solche intervenierende Praxis spiegelt sich – ebenso plakativ wie ironisch – im Gebrauch des Videospiels für seinen Film „Jedes Bild ist ein leeres Bild“, das dem Betrachter die Illusion geben mag, Gestalter seiner eigenen Realität zu sein.


The „Mister Security“ project began with an observation. In April 2004. Christoph Faulhaber just passes by the US consulate in München.. After September 11, all foreign representatives of the USA has installed extensive security measures. At the same time, the embassies and consulates remain physically present as representative bodies in public, urban space. This raises questions about possible changes and restrictions of rights in and on public space. Where do the territories begin and end? With a photo camera, as a kind of „double weapon“, Faulhaber begins to illuminate these legal spheres with a simple gesture and at the same time to challenge them.

Together with his colleague Lukasz Chrobok, for example, he founded the fictitious security service Mister Security in 2005, with the task of monitoring the security of public space. His activities were observed and reported to the American secret service. When Faulhaber wants to start his fellowship in New York a short time later, he receives a visit from the FBI. His scholarship is revoked after a thorough questioning.

Faulhaber’s work is an example of how image and politics are intertwined in our society: „I reach into this mesh, that is, I re-sort the images and thus create a short circuit.“ Such an intervening practice is reflected – as boldly as ironically – in the use of the video game, which may give the viewer the illusion of being the designer of his or her own reality.