Projekt-Information

Beobachten und Beobachtet werden. Wer dokumentiert wen? Und warum? In einer Zeit allgegenwärtiger Überwachung und Bildaufzeichnung beschäftigt sich eine anwachsende Zahl von Fotokünstler*innen damit, zu ergründen, was es bedeutet, permanent zu beobachten und beobachtet zu werden. Zunehmend erfolgt systematische Beobachtung auch automatisiert oder ohne Auftrag. 

Die Ausstellung im Künstlerverein Malkasten Düsseldorf, kuratiert von Sabine Maria Schmidt, Katja Stuke und Oliver Sieber, widmet sich anhand bestechender Positionen den verschiedenen Facetten faktischer und inszenierter Beobachtung. Dazu gehören die künstlerische Rezeption von Detektiv- und Polizeifotografie, von Mugshots und Online-Cookies, personenbezogener Reportage und den damit verbundenen hinter- und abgründigen Motivationen. Zum Genre des Wettstreits von hand- oder ferngesteuerten Kameraaufzeichnungen und Satellitenbildern gehören nicht zuletzt das verunglückte Bild, die Bildpannen und Betriebsunfälle.

Beobachtet wird zunächst, was naheliegt. Die Nachbarschaft etwa oder das, was ins Bildfeld rückt. Erst der Geheime Agent schmiedet einen Beobachtungsplan und organisiert den damit verbundenen Dokumentationsprozess. Für Joseph Conrad, dem die Ausstellung den Titel verdankt, bot das Genre des Spionageromans die Möglichkeit einer auch ironischen Auseinandersetzung mit dem kleinbürgerlichen Leben in der modernen Großstadt.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Andrew Hammerand, Arwed Messmer, Peter Piller und Józef Robakowski.
Neben dem ausgewählten fotografischen Arbeiten verdichten literarische Texte, Fotobücher, ein kleines Filmprogramm und diese Projekt-Website das Thema der Ausstellung.
KuratorInnen und Konzept: Sabine Maria Schmidt, Katja Stuke und Oliver Sieber

Im Filmprogramm: „Harald Hauswald. Der Radfahrer“ von Marc Thümmler und „Mann beißt Hund“ von Benoit Poelvoorde.

Die in diesem virtuellen „Handapparat” zusammengetragen Referenzen zum Thema, Texte, Bilder, Filme, Bücher werden zu einem Teil der Ausstellung, und dort in einer „Papier-Version“ ausgestellt.